Pfarrkirche St. Karl Borromäus

Heute noch gibt sich die helle, einladende Hallenkirche aus der beginnenden Rokokozeit den Anschein einer "Hofkirche", denn immer noch könnten gräfliche Herrschaften direkt vom Palast ins abgetrennte Auditorium auf der Empore gelangen. Jakob Hanibal I (1530-1587) hatte als Generalgubernator der Truppen des Kirchenstaats oder für Philipp II. von Spanien erfolgreich gekämpft. Standesgemäß setzte er mit seiner Kirche nach Plänen von Esaias Gruber ein prunkvolles Zeichen. Seit über 200 Jahren darf er dafür "steinern" auf den Kirchplatz herabblicken.
Das Prunkstück ist der geschnitzte Hochaltar, eine kunstvolle Architektur, die um das zentrale spätgotische Relief der Krönung Mariens in weiteren vier Stufen Szenen aus dem Leben Marias (Anbetung der Könige, Geburt, Verkündigung und Kreuzigung) und an beiden Seiten eine große Zahl von Heiligenfiguren vereint.
Vieles stammt aus der Werkstatt von Heinrich Dieffolt, der um 1580 auch die kräftigen Apostelfiguren des Chorgestühls schuf. Die Stifterreliefs zeigen links Jakob Hanibal, rechts Gattin Hortensia mit ihrem Wappen.
Die Intention seines Vaters setzte Graf Kasper fort und ihm gleichzeitig ein Denkmal: Er gab die erwähnte Steinskulptur wieder bei Esaias Gruber in Auftrag, von dem auch sechs kleinere Reliefs im Altarraum stammen. Den letzten Auftrag, Kaspars eigenes Grabmal, erfüllte 1635 der Bildhauer Hans Konrad Asper. Recht einfach gekleidet, beinahe lächelnd, wirkt der Wohltäter der Kirche sehr gelassen.
Pfarrer Fetz - 52 Jahre sollte er in Hohenems wirken - argumentierte 1795: " Verschaffet dermahlige Pfarrkirche aus 2400 Seelen kaum 600 bequemen Blaz´und konnte bald die Aufträge für den Baumeister Jakob Scheiterle und den Stukateur Giouan Comitti vergeben. Ab 1798 malte Andreas Brugger aus Langeanargen an den vier Deckenfresken: Über dem Altar "Das letzte Abendmahl", als Reverenz an den neuen Kirchenpatron Karl Borromäus eine fiktive Szene "Konzil von Trient vor Maria mit dem Kind" mit dem Heiligen selbst, mit Schwager Jakob Hanibal und den beiden "Markus Sittikussen", dann als Hauptfresko "Himmelfahrt Marias" und über der Empore "Bathseba und David".
Mehrere Re-/Novierungen hat der Bau mittlerweile erfahren dürfen, sogar der Altar war über 60 Jahre aus der Kirche "verbannt". Spätgotische Figuren durften wieder einziehen, und neu sind vier Glasfenster von Albert Rauch und Fritz Krcal sowie die symbolträchtigen Bronzearbeiten von Ulrich Henn.

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